Mehrere Tote und Verletzte in München

Bei einer Schießerei in einem Einkaufszentrum in München hat es nach Polizeiangaben mehrere Tote und Verletzte gegeben. Man gehe von mehreren Tätern aus, die auf der Flucht seien, sagte ein Polizeisprecherin. „Wir gehen von einem Amoklauf aus.“

Neben den Schüssen in einem Einkaufszentrum gibt es auch in der Münchner Innenstadt einen Großeinsatz der Polizei. Zahlreiche Menschen laufen aus der Fußgängerzone zum Stachus. Leute schreien und brechen in Tränen aus, berichten Augenzeugen. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizeibeamte sind vor Ort. Berichte, dass es auch dort eine Schießerei gegeben habe, seien aber eine Fehlinformation, sagte eine Polizeisprecherin. Sie bezeichnete die Lage als insgesamt weiter sehr unübersichtlich. Die Polizei müsse die Lage noch sondieren.

Die Schießerei am Einkaufszentrum begann nach Angaben der Polizei bei einem Schnellrestaurant. Es sei um 17.52 Uhr losgegangen, sagte Thomas Baumann, stellvertretender Sprecher des Polizeipräsidiums.

Amokalarm ausgelöst

In der Stadt wurde Amokalarm ausgelöst. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Hunderte Polizisten seien mit schweren Waffen und Schutzschildern ausgerüstet, hieß es. „Es ist wohl etwas Größeres“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Der Notruf im Olympiaeinkaufszentrum sei gegen 18 Uhr eingegangen.

Die Münchner Polizei ruft die Bevölkerung dazu auf, in den Wohnungen zu bleiben und sich von öffentlichen Plätzen fern zu halten. Die Münchener Verkehrsgesellschaft stellte den Betrieb komplett ein.

 

Update:

Die ersten Meldungen kamen gegen 18 Uhr – im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Münchner Norden seien Schüsse gefallen, berichteten Zeugen auf Twitter. Erst gegen 18.35 Uhr bestätigte die Polizei grob, was passiert ist: „Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum.“ Danach überschlugen sich stundenlang die Nachrichten – was wir bislang über die Geschehnisse dieses Freitagabends wissen:

Bei der Schießerei im Bereich des OEZ sind nach Angaben der Bundespolizei mindestens sieben Menschen getötet worden. Es gibt mehrere Verletzte.
Die Schießerei hat offenbar in einem McDonalds-Restaurant gegenüber dem OEZ begonnen, berichtet ein Polizeisprecher. Das Restaurant befindet sich in der Hanauer Straße. Geschossen wurde zudem vor der Filiale und im Olympia-Einkaufszentrum selbst.
München hat den Sonderfall ausgerufen – Menschen in München sollten Wohnungen nicht verlassen und öffentliche Plätze meiden. Die Polizei: „Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!“ Der öffentliche Nahverkehr der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wurde weitgehend eingestellt, viele Straßen wurden kontrolliert und einige gesperrt, Plätze geräumt.
Nach Polizeiangaben sind drei Täter auf der Flucht. Zunächst hieß es bereits, man gehe von mehreren Tätern aus, die auf der Flucht seien. Kurz vor 20 Uhr meldete die Polizei offen, sie wisse nicht, wo sie sind.
Die Deutsche Bahn evakuierte den Münchner Hauptbahnhof wegen eines Polizeieinsatzes. Der Zugverkehr wurde komplett eingestellt. Züge aus allen Richtungen würden vorzeitig an Bahnhöfen im Umland gestoppt.
Auch am Stachus im Zentrum gab es einen Polizeieinsatz, nachdem Menschen sich von dort per Notruf gemeldet hatten. Bislang hat sich allerdings nicht bestätigt, dass es dort zu Zwischenfällen kam, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit.
Die Polizei sprach zuvor bereits von „Fehlalarm“ nach einer Panik. Ein Mitarbeiter des Shopping-Centers am Stachus berichtete der SZ, dass alle Läden in der Einkaufspassage am Stachus vorzeitig geschlossen wurden.
Die Hintergründe der Tat am OEZ sind weiter unklar, die Polizei sprach am Abend zunächst von „Terrorverdacht“, aber ohne weitere Details. Inzwischen spricht sie von einer „akuten Terrorlage“.
Immer wieder kursieren neue Gerüchte über das Geschehen in München, allerdings gibt es ausschließlich eine Bestätigung über den Vorfall im Bereich des OEZ. Zu den Gerüchten über weitere Zwischenfälle im Münchner Stadtgebiet gibt es keine Bestätigung.

 

Zu dem Video auf dem Dach wurde auch eine Audio-Analyse durchgeführt: AUDIOANALYSE UND TRANSKRIPTION DES „DACH-VIDEOS“

Update:

München (dpa) – Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem Attentat in München ist auf mindestens acht neun zehn (mit dem Attentäter) gestiegen. Das teilte die Polizei über Twitter mit.

München (dpa) – Nach dem Attentat in einem Münchner Einkaufszentrum hat die Polizei Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern angefordert. Darunter ist auch das GSG9 der Bundespolizei, wie ein Polizeisprecher der dpa sagte. Die GSG 9 ist ein Spezialkommando der Bundespolizei und wird auch im Anti-Terrorkampf eingesetzt. Die Münchner Polizei hat inzwischen eine Telefonnummer für Angehörige veröffentlicht. Die zentrale Auskunfts- und Vermisstenstelle für Angehörige sei unter der Nummer 0800 7766350 erreichbar, teilte sie am Abend über Twitter mit.

München (dpa) – Die Polizei hat für den Anschlag in München bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. „Dafür ist es viel zu früh“, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Die Polizei spricht derzeit von einer „akuten Terrorlage“. Dazu sagte der Sprecher: „Wir gehen insofern von einem Terroranschlag aus, als wir mit unseren Maßnahmen bei dieser Annahme die höchstmögliche Wirkung erzielen und wir lieber zu viel als zu wenig Personal auf der Straße haben. Wenn sich herausstellt, dass es einen anderen Hintergrund hatte, haben wir den worst case auch abgedeckt.“

München (dpa) – Nach dem Fund einer männlichen Leiche im näheren Umfeld des Münchner Olympia-Einkaufszentrums prüft die Polizei, ob es sich um einen Täter handeln könnte. „Die Variante, ob es sich um einen Tatbeteiligten handelt, wird derzeit intensiv geprüft“, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

Update:

Bei einer Schießerei im und am Münchner Olympia-Einkaufszentrum sind mindestens zehn Menschen getötet worden, mindestens 21 wurden verletzt.

Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass sich unter den Toten auch der Schütze befindet: ein 18-jähriger Deutsch-Iraner aus München, der der Polizei bislang nicht bekannt war. Er soll sich selbst getötet haben. Zuvor soll eine Zivilstreife Kontakt zu ihm gehabt haben, es kam zum Schusswechsel.

 

Update 23.07.16:
Am Tag nach den tödlichen Schüssen an einem Münchner Einkaufszentrum werden immer mehr Details zu dem mutmaßlichen Attentäter bekannt. Der Deutsch-Iraner lebte seit Jahren in München, sein Vater ist offenbar Chef eines örtlichen Transport-Unternehmens.
Ali David S. ist der Amokläufer von München. Der 18-jährige Deutsch-Iraner erschoss am Freitagabend neun Menschen, dann richtete er sich selbst. Nun kommen die ersten Details zu seinem Leben ans Licht. So soll er sich zuletzt in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Er soll depressiv gewesen sein, sagten die Ermittler auf ihrer Pressekonferenz.
Zudem hätten sie in seinem Zimmer klare Hinweise auf einen Amok-Hintergrund gefunden, so die Ermittler. Der Attentäter von München soll sich viel mit Computer-„Ballerspielen“ beschäftigt und den Attentäter des Amoklaufs von Winnenden verherrlicht haben, heißt es aus Sicherheitskreisen. Zudem läge eine Verbindung zu den Taten von Anders Breivik nahe, der in Norwegen vor exakt fünf Jahren 77 Menschen tötete. Die „Bild-Zeitung“ berichtet, dass S. sogar ein Bild Breiviks als Profilfoto bei WhatsApp verwendet haben soll.
Ali David S. wurde in Deutschland geboren, seine Eltern kamen in den 90er Jahren in die Bundesrepublik. Er soll Probleme in der Schule gehabt haben.

 

Kanzlerin Merkel / 23.07.16:

Wir alle trauern schweren Herzen mit den Angehörigen, sagt Angela Merkel in ihrem ersten Statement nach der Bluttat von München. „Wir teilen ihren Schmerz, wir leiden mit ihnen. So ein Abend, so eine Nacht sind schwer zu ertragen.“
Merkel sagt: „Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können.“ Sie könne jeden verstehen, der heute beklommen ist. Sicherheit könnten in solchen Situationen die hoch professionellen Sicherheitskräfte geben.

Merkel bedankt sich bei den Münchnern, die am Abend der Bluttat ihre Wohnungen zur Verfügung gestellt haben. „In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke.“

Merkel verspricht: Wir werden alles daran setzen um herauszufinden, wie sich der Attentäter von Würzburg radikalisierte und wie es zur Tat in München kommen konnte.

 

Von der Leyen: Einsatz der Bundeswehr wurde erwogen

Während des Amoklaufs in München ist nach Angaben von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Einsatz der Bundeswehr im Inland erwogen worden.

„Solange das Ausmaß des Anschlages am Freitag nicht klar war, war eine Feldjäger-Einheit der Bundeswehr in München in Bereitschaft versetzt“, von der Leyen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Über einen möglichen Einsatz hätten die zuständigen Polizeibehörden zu entscheiden, fügte von der Leyen hinzu. „Sie beobachten die Entwicklung einer Terrorlage und wissen genau, wann die eigenen Kräfte an ihre Grenzen kommen oder spezielle Fähigkeiten gefragt sind, über die nur die Bundeswehr verfügt.“

 

Bayern will Polizei besser ausstatten

Die Staatsregierung will nach dem Amoklauf die bayerische Polizei besser ausstatten, so Ministerpräsident Seehofer nach einer Sondersitzung. Die Bevölkerung könne sich darauf verlassen, dass die politisch Verantwortlichen „alles Erdenkliche tun werden“, um sie zu schützen.

Erstes Thema bei der Klausur der Staatsregierung am Tegernsee in der kommenden Woche soll Sicherheit sein. „Wir wollen auch über die Finanzausstattung der Sicherheitsbehörden reden“, sagte Seehofer. Außerdem will die Staatsregierung gesetzliche Änderungen fordern, um die Arbeit der Polizei zu erleichtern.

Protokoll abgeschlossen.

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