Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziertes Verbundprojekt, bei dem das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik involviert ist, ist der so genannte Teras Index. Teras ist dabei eine Abkürzung für die beiden Begriffe Terrorismus und Radikalisierung.
Es geht um Indikatoren für die Radikalisierung bestimmter Gruppen oder einzelner und die äußeren Faktoren, die einen solchen Prozess beeinflussen. Im Wesentlichen geht es darum, welche Folgen außen- und sicherheitspolitische Maßnahmen haben.
Sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Presse wird oft darauf hingewiesen, dass außenpolitische Sicherheitsmaßnahmen intern zu Radikalisierung führen können. Allerdings erfolgt offensichtlich eine Konzentration speziell auf islamistische Radikalisierung an.
So soll einer der Schwerpunkte die Frage sein, ob die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland bei Konflikten außerhalb Deutschlands möglicherweise Folgen für die Radikalisierung islamistischer Kreise hat. Um diese Frage zu untersuchen, bedient man sich verschiedener Methoden. Es geht unter anderem um die vergleichende Analyse außen- und sicherheitspolitischen Handelns, das grundsätzlich Auswirkungen auf islamistische Kreise haben und so einen Radikalisierungsprozess in Gang setzen könnte. Dabei werden Deutschland und fünf weitere Länder betrachtet.
Es soll ein Handlungskatalog erarbeitet werden, der solche Wirkungen erfasst und den Einfluss externer Konflikte auf unterschiedliche soziale Gruppen, die möglicherweise bereits vorher in einem gewissen Grad radikalisiert waren, untersucht. Drei unterschiedliche soziale Milieus sollen dabei untersucht werden. Auf diese Weise sollen Zusammenhänge zwischen außenpolitischem Handeln und islamistischer Radikalisierung aufgedeckt und mögliche Gesetzmäßigkeiten herausgearbeitet werden.
Nach einer Analyse des gesammelten Materials soll ein Katalog mit Indikatoren entstehen, die Hinweise auf eine Radikalisierung islamistischer Gruppen, insbesondere auch Jugendlicher, in Deutschland geben können, und zwar frühzeitig genug, dass man dieser entgegenwirken kann, bevor es zu Terroranschlägen kommt. Ein Augenmerk liegt dabei insbesondere bei den Faktoren, die eine Radikalisierung herbeiführen können, und beeinflussbar sind.
Zu Beginn werden verschiedene Thesen aufgestellt, die sich aus der bisher zu diesem Thema bereits vorhandenen Literatur ergeben. Diese bestimmenden Rahmen der empirischen Untersuchungen, die unter anderem aus Interviews bestehen.
Auch einen Medienrecherche wird durchgeführt, und die Ergebnisse fließen in dieses Projekt mit ein und werden in die Datenbank eingefügt, die im Rahmen des Projektes aufgebaut wird. Vergleichsdaten aus anderen Ländern – Frankreich, Großbritannien, Spanien und die Niederlande – werden ebenfalls herangezogen und ausgewertet.
Aus der Auswertung sollen am Ende Empfehlungen für das Handeln politischer Entscheidungsträger entstehen. Es soll ihnen die Folgen ihres Handelns aufzeigen und es ihnen so ermöglichen, entweder so zu handeln, dass keine Radikalisierung eintritt, oder aber dieser entgegenzuwirken. Aber auch die Institutionen der Inneren Sicherheit sollen von den Projektergebnissen profitieren können, indem sie rechtzeitig bei einer Radikalisierung eingreifen können.
(11.04.2011/Shaldon)
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