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Sicherheit und Verteidigung auf deutschem Bundesgebiet

Terrorwarnung LKW mit Sprengstoff 2008

Anfang 2008 ging eine Terrorwarnung durch Deutschland. Die Rede war von einem LKW, der mit einer Tonne Sprengstoff an Bord von Finnland über Russland nach Berlin unterwegs sein sollte. In verschiedenen Medien wurde diese Meldung verbreitet, und zwar mit dem Hinweis, dass verschiedene Anschläge in Deutschland geplant seien, auf das Bundesjustizministerium und Berlin und weiter Justizbehörden sowie deutsche Militär- und Sicherheitsbehörden. Zwei Terroristen sollten sich bereits in Deutschland aufhalten, um diese Anschläge auszuführen.
Ein libanesischer Informant, der Syrer Mohammed Naddum, hatte in Beirut die deutsche Botschaft über diese angeblichen Pläne informiert. Er wurde umgehend im Libanon festgenommen und verhört. Der Syrer war bereits als Nachrichtenhändler bekannt – und zwar als einer, dessen “Nachrichten” sich oft genug als Falschmeldungen herausgestellt hatten und der nach eigenen Angaben Beziehungen zur al-Qaida hat.

Seine Drohung ging in Deutschland durch die Presse. Der Spiegel sprach von einer Warnung vor Racheakten militanter Islamisten wegen damals laufender Terrorprozesse.Die Süddeutsche sprach davon, dass dies der übliche Modus Operandi der Terroristen sei. Auch wurden Vorkehrungen gegen die angeblichen Anschläge getroffen; Bewachungskräfte wurden daraufhin “sensibilisiert” und die LKW-Kontrollen wurden verstärkt. Bürger wurden aufgefordert, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden.

Allerdings hatte man keine konkreten Anhaltspunkte, um gezielt nach dem LKW zu suchen. Kein Wunder – den gab es nämlich gar nicht.

Die ARD ermittelte mit Hilfe ihres Nahostkorrespondenten und wies schon bald darauf hin, dass der Syrer ein Nachrichtenschwindler sei – die Bedrohung sei nicht ernst. Ein Spezialist wies in der Leipziger Volkszeitung darauf hin, dass die Geschichte abenteuerlich klinge; und wer Anschläge vorbereite, würde diese auch nicht unbedingt ankündigen.

Interessanterweise fiel diese neue Meldung über die fehlende Ernsthaftigkeit der Drohung bei etlichen Medien jedoch unter den Tisch. Mit Terrorwarnungen lässt sich eben mehr Auflage verkaufen als mit einer Entwarnung. Bei Focus und der Berliner Morgenpost wurde die angebliche Gefahr – mit leichten Änderungen – sogar noch einmal aufgegriffen, nachdem längst offizielle Entwarnung gegeben worden war, bzw. Bekanntgegeben, dass die Warnung nur mit geringer bzw. geringerer Ernsthaftigkeit betrachtet werde.

Dieser Vorfall legt den Verdacht nahe, dass man nur von einem bevorstehenden Terrorangriff sprechen muss, um gravierende Konsequenzen auszulösen; selbst wenn nichts die Warnung belegt und bekräftigt. Zumindest war dies 2008 im Fall des angeblichen Sprengstoff LKW so.

Amtsleiternotiz zu diesem Bibliothekeintrag

(18.07.2011/Shaldon)

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