Im November 2011 erfahren wir einen kalendarischen Pulsschlag jüngerer deutscher Terrorismus Geschichte. Vor einem Jahr trat der ehemalige Bundesinnenminister und heutige Verteidigungsminister Thomas de Maizière besorgt vor die deutsche Öffentlichkeit und warnte uns eindringlich vor einem unmittelbar bevorstehenden möglichen Terroranschlag in Deutschland. Diese Warnung lag zeitlich unmittelbar vor Eröffnung der Weihnachtsmärkte, so dass neben den „üblichen“ Gefahrenorten wie Flughäfen und Bahnhöfe plötzlich fasst jeder deutsche Marktplatz zur Terrorismus-Gefahrenzone ausgerufen wurde.
Resümiert die Situation vor einem Jahr, völlig angst- und sorgenfrei einen Weihnachtsmarkt in einer deutschen Großstadt zu besuchen, erweckt dies heute das gleiche mulmige Gefühl, wie im TV einen japanischen Volksvertreter zu beobachten, der vor laufender Kamera ein Glas Fukushima Wasser trinkt.
Nun jährt sich das Ereignis der eindringlichen Terrorwarnung in Deutschland und erneut freut sich eine Nation auf die Eröffnung ihrer Weihnachtsmärkte.
Im TSA stellten wir uns kürzlich in Autorenrunde die Frage, welches deutsche Medium wird dieses Jahr zuerst das Thema Weihnachten und Terrorismus redaktionell aufgreifen: das Nachrichtenjournal Focus hat die Frage beantwortet.
Darin ist zu erfahren, dass der Verfassungsschutz in der Vorweihnachtszeit nicht mit einer steigenden Bedrohung durch islamistische Terroristen rechnet. „Wir haben eine angespannte Sicherheitslage unabhängig davon, ob sich der Jahreswechsel oder Weihnachten nähern“, sagte Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Jedoch sei zu befürchten, dass Islamisten die Zeit vor Weihnachten wieder verstärkt für Propaganda nutzten. Der islamistische Terrorismus sei für die Verfassungsschützer nach wie vor das Hauptproblem.
Und „natürlich gibt es keinen Ratschlag“, von Herrn Fromm, „nicht auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.“ Dazu bemerkte er, dass der Verfassungsschutz auch letztes Jahr nichts dergleichen riet. Diese neutrale Haltung werde man in diesem Jahr beibehalten. „Aufmerksamkeit ist immer gut“, so sein universeller Ratschlag.
Zweistein empfiehlt allen Weihnachtsmarktbesuchern, Weihnachtzeit-Einkäufern, Stollen- und Spekulatiusliebhabern, dieses Jahr zum Fest einen „Spam-Filter“ im Ohr zu installieren. Sodass das eigene Kopfkino alles an Terrorismus- Propaganda- Geplapper zur Weihnachtszeit konsequent wegfiltert.
Aufmerksamkeit sollte man immer bei sich führen. Heute sind herrenlose Koffer das kollektive Symbol einer Bedrohung, früher nahm diese Rolle nur der Taschendieb ein; oder der Markthändler der einem Kitsch für „echt“ andrehen wollte.
Feiern Sie Weihnachten befürchtungsfrei, genießen Sie Ihren Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und wenn Sie möchten denken Sie daran, Glühwein über Maßen bringt Aufmerksamkeit zum Schwinden. Dies dürfte zwar den möglichen herrenlosen Koffer nicht interessieren, dafür aber umso mehr den Taschendieb.
(07.11.2011/Zweistein)
Tags: Berlin, Die Zeit, Dpa, Fromm, Heinz, Nachrichtenjournal, Propaganda, Redaktionell, terrorgefahr deutschland 2011 weihnachtsmarkt, terrorgefahr weihnachten 2011, terrorismus 2011, Terroristen, Weihnachten, Weihnachten 2011, weihnachten terror berlin, weihnachtsmarkt berlin weihnachten 2011
