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Sicherheit und Verteidigung auf deutschem Bundesgebiet

Interview mit Günter Weber (Konfliktforscher)

Das ZDF führte in einer TV-Nachrichtensendung am 22.03.2012 ein kurzes Interview mit dem Konfliktforscher und Krisenberater Günter Weber.

Er ist psychologischer Berater für die Spezialeinheiten der Bundespolizei, wie beispielsweise die GSG9 eine solche Einheit darstellt und institutionell aktiv in der Beratung der Polizei bei Geiselnahmen und Situationen, wenn sich Attentäter in Häusern verschanzen. Er unterstützt bei der Ermittlung von Täterprofilen.

In der Stadt Toulouse in Frankreich verbarrikadierte sich ein Attentäter 32 Std. in seiner Wohnung, nachdem er sieben Menschen erschossen hatte. Die französische Polizei umstellte das Haus, in welchem sich der Attentäter mit erheblicher Bewaffnung aufhielt, bis ein Feuergefecht die Situation schließlich beendete. Ein Scharfschütze der Polizei erschoss den Attentäter, mehrere Polizisten wurden verletzt.

Die Moderatorin stellt dazu die Fragen: Was für Gespräche führt die Polizei mit einem verschanzten Attentäter? Welche Strategien werden angewandt? Wie beginnt man überhaupt eine solche Verhandlung?

„Sagt man guten Abend, wir wollen mit Ihnen reden?“

Günter Weber: „Das ist tatsächlich einfacher, als sich das viele Menschen vorstellen. Es ist tatsächlich so, dass man sich zunächst vorstellt, dass man sich zunächst begrüßt. Das man als Sprecher, als Verhandler etwas über seine Rolle, über seine Auftragslage sagt und es geht dann darum, dass man sich über die Zielsetzung des Gesprächs verständigt“.

Schwierig ist die Lösung eines Konflikts, so Herr Weber in seinen Ausführungen, wenn seitens des Attentäters keine konkrete Forderung existiert. Wenn die Zielsetzung einzig darin besteht, heraus zu finden, unter welchen Umständen der verschanzte Attentäter aufgibt.

In einer solchen Einzeltäter-Lage sei es erforderlich, eine Atmosphäre zu erzeugen, die es den Zugriffskräften ermöglicht, mit möglichst geringem Risiko den Attentäter zu überwältigen. Dazu zähle Schlafentzug durch eine systematische Beschäftigung des Attentäters. Die Eigensicherung habe Vorrang.

Die Moderatorin fragt, nach welchen Kriterien die Polizei vor Ort die Entscheidung trifft, ob und dass eine Konflikt-Situation kippen könnte, nicht mehr zu erwarten ist, dass der Attentäter sich freiwillig ergibt?

Ein wichtiger Faktor ist das „Stress-Niveau“ in dem sich ein Attentäter befindet, sagt Herr Weber. Es ist darauf zu achten, welcher Druck auf dem Attentäter lastet, wo sich seine Affektschwelle bewegt, unkontrollierte Entscheidungen zu treffen, zu vollziehen.

Ferner berge eine Erschöpfungs-Situation des Attentäters die Gefahr, dass dieser praktisch aus einer Resignation unkontrolliert handelt.

(24.03.2012/Löwenzahn)

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